Tutorial: Pfade unter gimp

Wie jedes andere anspruchsvolle Bildbearbeitungsprogramm verfügt auch gimp über das Pfadwerkzeug. Pfade zeichnen sich generell dadurch aus, dass man Punkt für Punkt setzten muss und diese Punkte in der Gesamtheit durch Linien verbunden werden. Pfade in gimp können für drei Zwecke verwendet werden.


Zeichnen von Objekten, welche mit dem Malwerkzeug nachgezogen werden können
Erstellen einer Auswahl in gimp, welche später in einer separaten Datei gespeichert werden kann.
Text in Pfad umwandeln und mit Texteffekten arbeiten.

Der klare Nachteil von Pfaden ist, dass man sich in die genaue Punktsetzung einarbeiten muss und kein Übergang zwischen Vordergrund und Hintergrund möglich ist. Andererseits kann man auch beim Arbeiten mit Pfaden eine Auswahl aus dem Pfad erstellen und diese dann Über die Menüfunktion „Auswahl“ > „Ausblenden“ in den Hintergrund transparent verlaufen lassen. Denken Sie dabei daran eine kleine Kante beim Auswählen zu lassen, die Sie später ausblenden können.

Pfade gimp

Im Folgenden möchte ich auf die Arbeit mit Pfaden anhand eines Beispiels eingehen. Im Beispiel sieht man eine Giraffe, deren Auge ich auswählen möchte, um später die Augenfarbe in blau abzuändern. Im „Ebenenfenster“ habe ich den Reiter „Pfade“ (1.) hinzugefügt und angeklickt, um die Pfadbearbeitung sichtbar zu machen. Sobald man nun in das Bild mit dem aktivierten Pfadwerkzeug klickt (2.) erscheint im „Ebenenfenster“ im Reiter „Pfade“ der erste Pfadpunkt (3.).
Zum besseren Verständnis der anschließenden Bearbeitung mit dem Pfadwerkzeug unter gimp möchte ich kurz auf die Werkzeugeinstellungen des Werkzeugs „Pfade“ eingehen. Aktiviert man das Werkzeug „Pfade“ so öffnen sich die Bearbeitungsmodi des Werkzeugs unter gimp. Diese lauten:

Design (4.) > Dieser Modus wird aktiviert, wenn man Punkte setzten und verschieben möchte
Bearbeiten (5.) > Dieser Modus wird aktiviert, wenn man inmitten von gesetzten Punkten noch Punkte hinzufügen möchte oder spezielle Punkte hervorheben oder bearbeiten möchte
Verschieben (6.) > Bei diesem Pfad-Modus wird der gesamte Pfad verschoben

Unterhalb des sogenannten „Bearbeitungsmodus“ gibt es noch die Möglichkeit „Polygonal“ (7.) zu aktivieren. Mit dieser Funktion wird lediglich das Ziehen gerader Linien möglich. Zudem kann man die Funktion „Auswahl aus Pfad“ (7.) durchführen, wenn man mit der Pfadarbeit fertig ist und alle Punkte des Pfades im Bild gesetzt hat. Wer die Auswahl mit einer Linie Nachziehen möchte, kann es mit der Funktion „Pfad nachziehen“(8.) ausführen.

Im nächsten Schritt des gimp Tutorial beginne ich mit dem eigentlichen Setzen der Pfadpunkte. Pfade gimp

Ich klicke als als erstes auf das Pfad-Werkzeug und klicke in das Bild hinein und setzte den nächsten Pfadpunkt. Solange der Punkt aktiv ist, erscheint der Anker unausgefüllt (1.)  und lediglich mit einer dünnen Linie umrandet. Nicht aktive Punkte hingegen werden ausgefüllt dargestellt. Für das Setzen meiner Ankerpunkte vergrößere ich die Giraffe sehr stark, um die Punkte genauer setzen zu können und setzte meine ersten Ankerpunkte mit dem Pfad-Werkzeug. Klickt man nun in das Bild um einen Ankerpunkt zu setzten – und hält die Maustaste weiterhin gedrückt aktiviert man die Griffpunkte, wenn man die Maus mit gedrückter Maustaste vom Ankerpunkt  wegbewegt (2.). Nun kann man die Linie zu einer Kurve umwandeln, indem man die Griffpunkte dementsprechend hin und her bewegt, bis sich eine gewünschte Kurve einstellt. Ein Ankerpunkt hat dabei zwei Griffpunkte, welche den rechten und linken Verlauf einer Kurve beeinflussen können. Wenn man den nächsten Ankerpunkt setzten möchte, so muss der zuletzt gesetzte Ankerpunkt des Pfades in gimp aktiviert werden. Man klickt in zu Aktivierung einfach an. Ansonsten kann man während des Setztens aller Ankerpunkt Punkt für Punkt aktivieren und entweder „Bearbeiten“ oder diese „Verschieben“. Möchte man einen neuen Ankerpunkt setzen, so ist darauf zu achten, den Bearbeitungsmodus des Pfad-Werkzeuges wieder auf „Design“ zu setzten. Ein Ankerpunkt, welcher nicht mit der restlichen Ankerlinie verbunden ist lässt sich wieder löschen. Dazu den Punkt bei gedrückten Strg- und Hochtaste anklicken und mit der Entfernen-Taste löschen. Ein Pfad wird so geschlossen wie bei allen Markierungswerkzeugen in gimp – nach dem letzten Pfadpunkt klickt man wieder auf den Anfangspunkt des Pfades. Nun kann man eine Auswahl aus dem Pfad erstellen, in dem man auf die Fläche „Auswahl aus Pfad“ anklickt (3.), welche sich im Werkzeugkasten bei den Berabeitungsmodi befindet.

Über das Ebenenfenster und dem Reiter „Pfade“ gelangt man auf einen Klick auf das kleine Dreieck in das Pfadmenü. Das Pfadmenü bietet Funktionen um den erzeugten Pfad zu bearbeiten und in eine SVG-Datei zu exportieren. Genauso wie man aus einem Pfad eine Auswahl erstellen kann, geht es auch in die andere Richtung. Dazu erstellt man eine Auswahl und klickt in den Menüpunkt „Auswahl“ > „Nach Pfad“. Über das Pfadmenü kann man auch Pfade importieren, falls Sie alte Pfade in Ihrem Bild benötigen.